Lehrgänge (9)

Der Verbandsführer[1] (VFVbF oder VbFü abgekürzt; ehemals Führer von Verbänden; in Österreich Verbandskommandant genannt) ist eine Einsatzkraft der Feuerwehr oder sonstiger Hilfsorganisationen zur Führung von taktischen Einheiten, deren Stärke die eines erweiterten Zuges übersteigt. Ein Zug besteht nach der Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 aus bis zu drei Gruppen und Zugtrupp. Bei sonstigen Hilfsorganisationen und im Katastrophenschutz kann diese Obergrenze abweichend definiert sein. Je nach Größe des Verbands nennt man den Verbandsführer auch BereitschaftsführerAbteilungsführer oder Großverbandsführer.

Der Verbandsführer kann sich zur Erfüllung seiner Aufgaben eines Führungstrupps, einer Führungsgruppe oder Führungsstaffel als Führungsunterstützung bedienen. Er wird als Abschnitts- oder Einsatzleiter bei größeren Schadenslagen eingesetzt. Ein Verbandsführer wird immer dann eingesetzt, wenn beispielsweise zwei Züge miteinander in den Einsatz gehen (bei Hilfsorganisationen z. B. im Rahmen eines Behandlungsplatzes oder Betreuungsplatzes).[2]

Die Ausbildung zum Verbandsführer dauert mindestens 35 Stunden.[3] Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 schreibt als Zugangsvoraussetzung die Qualifikation als Zugführer vor.[3]

Der Zugführer[2] ist bei den deutschen Feuerwehren der Führer eines Zugs. Ein vollständiger Zug nach FwDV 3 hat mindestens zwei Gruppen und Zugtrupp mitsamt Gerät.[3] Man unterscheidet beispielsweise zwischen LöschzugRüstzug und Schadstoff- bzw. Gefahrstoffzug. Sofern die eingesetzten Kräfte die Stärke eines Zuges nicht überschreiten oder nicht eine übergeordnete Führungskraft die Leitung übernimmt, kann ein Zugführer Einsatzleiter sein. Bei Einsätzen, die mehr als einen Zug erfordern (Großschadenslagen), übernimmt ein Verbandsführer das Kommando. In solchen Fällen werden Zugführer oft als Einsatzabschnittsleiter eingesetzt.

Ausbildung und Aufgaben des Zugführers sind in den Feuerwehr-Dienstvorschriften geregelt. Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Zugführer erkennt man in einigen Bundesländern im Einsatz an zwei roten Balken auf jeder Helmseite. Diese Helmkennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum Ausüben der Funktion „Zugführer“. Es können daher in einem Zug durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Zug kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Position des Zugführers übernehmen. Eventuell weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Zugführerqualifikation übernehmen dann Gruppenführer- oder seltener auch normale Mannschaftsaufgaben. Der tatsächliche Einheitsführer wird zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (häufig rot, als Abschnitts- oder Einsatzleiter auch weiß oder gelb) kenntlich gemacht. Qualifikations- und Funktionskennzeichnungen sind auf Landes-, Kreis- oder Gemeindeebene geregelt, eine bundeseinheitliche Vorschrift existiert nicht. In Bayern wird ein Zugführer beispielsweise mit einem 20 mm breiten Gummiband auf dem Reflexband am Helm gekennzeichnet, wenn er diese Tätigkeit tatsächlich ausübt.[4]

Der Gruppenführer[3] in der Feuerwehr befehligt die Taktische Einheit „Gruppe“, bestehend aus neun Einsatzkräften.[4] Er handelt vor Ort entweder eigenständig als Einsatzleiter oder unter der Direktive einer übergeordneten Führungskraft (zum Beispiel Zugführer).

Der Gruppenführer:

  • erkundet die Lage,
  • bestimmt die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe,
  • gibt den Einsatzbefehl – (Wasserentnahmestelle, Lage des Verteilers) Einheit, Auftrag, Mittel, Ziel und Weg,
  • ist während des Einsatzes an keinen festen Platz gebunden,
  • hat die Fürsorgepflicht für seine Gruppe,
  • kann Einsätze mit Personal bis zur Stärke einer Gruppe selbstständig leiten.[4][5]

Gruppenführer sind bei der Berufsfeuerwehr erfahrene Beamte des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes (Hauptbrandmeister/Brandinspektor). Bei der Freiwilligen Feuerwehr ist der erreichbare Dienstgrad vom Bundesland abhängig, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise Brandmeister. Im Allgemeinen sind sie mindestens Löschmeister; in Hessen beispielsweise Oberlöschmeister. Zudem muss eine entsprechende Ausbildung beim jeweiligen Institut der Feuerwehr bzw. Schule absolviert werden; in NRW bzw. Hessen etwa der FIII-Lehrgang.

Die Ausbildung zum Gruppenführer bei der Feuerwehr in Deutschland dauert mindestens 70 Stunden. Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 schreibt als Zugangsvoraussetzung die Qualifikation als Truppführer vor.[6] Es sollten auch Kenntnissen über Atemschutz, Funk und der Maschinistentätigkeit vorhanden sein.

 
Gruppenführer einer Freiwilligen Feuerwehr mit blauer Kennzeichnungsweste

Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Gruppenführer erkennt man im Einsatz an einem roten Balken auf jeder Helmseite[7]. Diese Kennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum Ausüben der Funktion „Gruppenführer“. Es können daher in einer Gruppe durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Einheit kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Führungsfunktion des Gruppenführers übernehmen. Eventuell weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Gruppenführerqualifikation übernehmen dann normale Mannschaftsaufgaben. Der tatsächliche Einheitsführer wird daher zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (blau oder rot) kenntlich gemacht.[8][9] Alternativ werden in einigen Bundesländern veränderliche Funktionsabzeichen getragen, für Gruppenführer ein 10 mm schmales, umlaufendes schwarzes Band am Helm.

Gruppenführer der Feuerwehr werden in der Katastrophenschutz-Terminologie auch Unterführer genannt. Die Abkürzung in der Feuerwehr für den Gruppenführer ist „GrFü“ nach DIN 14033. In der Praxis wird jedoch meist noch die Abkürzung „GF“ aus der mittlerweile nicht mehr gültigen Feuerwehr-Dienstvorschrift 4 verwendet.

Truppmann ist die Bezeichnung für ein Mitglied der Feuerwehr welches mindestens den ersten Teil der Truppmannausbildung (siehe unten) erfolgreich absolviert hat. In einem Trupp ist der Truppmann dem Truppführer unterstellt.

Die Truppmannausbildung ist der erste Ausbildungsabschnitt bei Feuerwehren. Dieser besteht aus mehreren Teilen: Truppmann[1] Teil 1 (Grundausbildungslehrgang) mit Prüfung, Truppmann Teil 2 (örtliche Ausbildung über 2 Jahre) und anschließender Prüfung auf Kreisebene. Die Anforderungen an den Lehrgang sind in der FwDV 2 geregelt.[2]

Truppmann Teil 1

Beim Truppmann Teil 1 werden die Grundlagen auf Kreisebene vermittelt. Er endet mit einer theoretischen und praktischen Prüfung. Der Lehrgang dauert bei der Feuerwehr in Deutschland mindestens 70 Stunden. Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 schreibt als Zugangsvoraussetzung die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr vor.[2]

Mit bestehen des Lehrgangs können der Lehrgang Sprechfunker (16 Stunden) und Atemschutzgeräteträger (35 Stunden), wobei beim letztgenannten das Mindestalter 18 Jahre erreicht sein muss, besucht werden.[2]

Truppmann Teil 2

Bei der Truppmann Teil 2 handelt es sich um örtliche Ausbildung, wobei die Vertiefung der Grundlagen der Truppmann Teil 1 im Mittelpunkt sehen sollte. Die Ausbildungszeit bei den Feuerwehren in Deutschland dauert mindestens 80 Stunden in zwei Jahren. Die Feuerwehr-Dienstvorschrift 2 schreibt als Zugangsvoraussetzung die Qualifikation als Truppmann Teil 1 vor.[2] Während dieses Lehrgangs Truppmann Teil 2 können / müssen zusätzliche Seminare besucht werden.

Nach der Ausbildung erfolgt auf Kreisebene eine theoretischen, mündliche und praktischen Prüfung. Mit bestandener Prüfung kann der Lehrgang Truppführer, aber auch Fachlehrgänge wie Technische HilfeleistungABC-Einsatz oder Maschinisten besucht werden.[2] Die Lehrgangsgangdauer beträgt jeweils 35 Stunden.[2]

 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Truppmann